Wie die meisten ja schon wissen, hatten wir gestern unseren offiziell letzten Arbeitstag. Es ist also das Ende der Kiwisaison 2010. Wenn ihr jetzt immer noch keine Kiwis aus Neuseeland habt, ist das ganz allein eure Schuld. Jetzt haben wir aber endlich mal Zeit euch zu zeigen wie das ganze den funktioniert. Also los gehts.
Nach dem die Kiwis gepflückt wurden, werden sie in große Holzkisten gelegt. In jeder sind rund 400 Kilo Kiwis. Diese werden dann mitm Gabelstappler in die Maschine hier gefahren. Jeweils 4 übereinander. Hier werden sie dann automatisch einzeln umgekippt:
Nach dem das geschehen ist, fallen alle Kiwis auf ein Laufband (das erste von sehr sehr vielen) wo alle Stöcke, Blätter und Spinnen durchfallen, so dass sie nicht mit in die Halle kommen. Das sieht dann so aus:
Am Ende laufen die Kiwis dann noch ueber Buersten um richtig zu glaenzen.
Dann geht es in der Halle weiter. Als erstes geht es zu den “Gradern”, die jede einzelne Kiwi anschauen und nach Schäden oder schrägen Formen untersuchen und aussortieren. Jule kam einige male in den Genuss diesen Job zu machen, so dass wir mit Sicherheit sagen können das es nix langweiligeres zu tun gibt. Das ist wohl auch der Grund, wieso das hauptsächlich Inder machen.
Dann fallen alle Kiwis in die eigentliche Maschine die die ganze Arbeit macht. Sie wiegt und misst jede einzelne Frucht. Und das ganze in einer unglaublichen Geschwindigkeit. Wenn alles gut läuft, werden rund 6000 Kisten Kiwis pro Stunde gepackt. Das bedeutet das es sich um circa 300.000 einzelne Fruechte in der Stunde handelt.
Hier erkennt man übrigens auch den Teil, der auf jede einzelne Frucht einen kleinen Aufkleber klebt, der auch sicher stellt, dass jeder weiß das er eine Kiwi aus Neuseeland isst.
Wenn ihr jetzt auf die rechte Seite schaut, sehr ihr unseren Arbeitsplatz und links den Teil wo die Früchte in die Kisten kommen. Fangen wir aber an, wie die Kisten in die Maschine kommen.
Das machen arme Backpacker, wie wir. Leider haben wir keine Bilder wo alles wirklich voll ist.
Unsere Aufgabe war also die hier zu sehenden grünen Laufbänder mit der jeweiligen Boxart aufzufüllen. Natürlich ist es aber nicht nur das simple “Box nehmen und hin legen”, sondern man muss vorher noch Folie oder Tüten in die Boxen machen. Auch das hört sich nicht wirklich schwer an, wenn man das ganze aber auf 3 Reihen pro Person macht, es 30 Reihen gibt, bedeutet das, dass eine einzelne Person die Kisten fuer 30.000 Kiwis pro Stunde macht, was einen schon wirklich ganz schoen ins Schwitzen bringt.
Kommen wir nun zur anderen Seite. Hier fallen die Kiwis dann raus und werden von genauso armen Backpackern in die von uns vorbereiteten Kisten gepackt.
Dann werden die Kisten noch zugemacht und von armen Backpackern wieder auf Paletten gestapelt.
Doch woher weisz die Kiwi in welche Kiste sie fallen soll?
Die Kiwis sitzen alle auf ihrer ganz eigenen Transportrolle die sie an der richtigen Stelle abwirft. So siehts aus:
Und wenn man die ganze Reihe runterschaut, sehen die Kiwitransportrollen dann so aus:
Für mehr Bilder schaut in die Gallerie, und wenn ihr noch Fragen habt, fragt die “Sendung mit der Maus”, oder eben uns.
Zeit für einige Statistiken:
Bei Eastpack gibt es 3 dieser Maschinen, von denen jede ca 300.000 Kiwis pro Stunde packt. Das geschieht in jeweils 2 Schichten am Tag zu je 10 Stunden. Heißt am Tag werden ca 6 mio. Kiwis pro Maschine gepackt. Also insgesammt 18 mio. Kiwis am Tag. Die Hauptsaison waren jetzt ca 60 Tage, was also bedeutet: Allein unser Packhaus hat also mehr als 1 Milliarde Kiwis um die Welt geschickt. Jetzt stellt euch vor, dass es hier ca 6 Packhäuser in verschiedenen Größen gibt, wobei unser das größte ist.
Unglaublich, oder?