Immer noch erschöpft nach unserer Wanderung gestern, wachen wir als einzige Campinggäste auf unserem Campingplatz auf. Alles ziemlich dunkel in den Toilettenräumen, was vor allem daran lag, dass der Strom abgestellt war, warum auch immer.
Heute sieht unser Plan vor, nach Oslo zu fahren. 300 Kilometer sind es bis dort, circa 4:30 Stunden fahrt.
Gegen 10:00 machen wir uns auf den Weg. Der schon etwa 30Minuten später gestoppt wurde. Nicht etwa, weil uns etwas passiert wäre, sondern einfach, weil wir so beeindruckt von der Umgebung waren. Völlig unbemerkt fuhren wir bereits wieder auf 1.000m Höhe, umgeben von schneebedeckten Bergen und Seen. Und da heut tatsächlich mal ununterbrochen die Sonne scheint, erschien der Moment ideal für die Drohne. Wir fuhren extra nochmal den Tunnel zurück, um Karlson gut am Straßenrand parken zu können.
Während des Fluges entdeckten wir, dass der See, an dem wir standen, ein echter Stausee ist. Auf diesen Ebenen ist das aber gefühlt jeder zweite.
Sind das nicht einfach tolle Aussichten. Schade, dass wir heut nicht so viel Zeit haben. Sonst wäre die Region echt eine kleine Wanderung wert.
Also weiter gings. Diesmal haben wir die Straße über dem Tunnel gewählt, von der aus wir auch nochmal eine tolle Sicht hatten.
Immer weiter entlang der Straße 134. Dann ertönte auf einmal Karlsons Navistimme und befahl “abbiegen”. Wir waren etwas verwundert, da wir ja davon ausgingen einfach der 134 zu folgen bis wir in Oslo ankommen. Aber was die Maschine sagt, wird schon auch einen Grund haben. Also bogen wir ab.
Die weiseste Entscheidung war das zeitlich nicht, wie sich rausstellen sollte, aber die Aussichten waren nicht zu verachten. Und nach einer gewissen Zeit bogen wir zu unserer Erleichterung wieder auf die 134 ab. Unsere Ankunftszeit ist mittlerweile schlappe 30Minuten später, aber egal. Eigentlich hetzt uns ja niemand.
Um 15:00 war es dann endlich soweit. Wir haben den Dunstkreis von Oslo erreicht und erreichen auch nach einigem Hin und Her und jeder Menge Tunneln unseren Campingplatz.
“Unser” Campingplatz? Schon bei der Anfahrt sahen wir Festzelte auf dem Gelände stehen, dann ein Einweiser. Der meinte, wir sollen zum hinteren Parkplatz fahren. Auf die Nachfrage, ob denn campen möglich, sei sagte er “Nein”. Na wunderbar. Der andere Campingplatz ist 30Minuten auf der anderen Seite der Stadt und es ist grad Feierabendverkehr. So haben wir uns entschieden, Oslo für ein anderes Mal aufzuheben und sind weiter gefahren nach Fredrikstad.
Es ist bereits kurz vor 17:00 als wir auf dem Campingplatz ankommen und der Hunger groß. Deshalb entschieden wir uns, in die Stadt zu fahren uns Essen zu suchen. Gefunden haben wir einen Italiener mit Flussaussicht und Platz draußen in der Sonne.
Unsere Wahl fiel auf Fish´n´Chips und eine Pizza.
Pappsatt machten wir uns auf zu Karlson und flanierten die kleine Flusspromenade entlang zurück.
Zurück auf dem Campingplatz ertönten immer wieder laute Knalle und wir wunderten uns stark was das war. Schon in der Stadt hingen überall Fähnchen für das Fredrikstad-Fest, das diese Woche stattfindet. Da unser Campingplatz direkt am alten Fort liegt, sind wir dort schnell mal hin um zu gucken ob die Geräusche von dort kamen. Wir lagen Gold richtig. Schon auf dem Weg nach oben qualmte es aus der Richtung. Männer in Verkleidung von früher liefen über die Fortmauern und hatte Gewehre dabei.
Wir fragten uns kurz, ob es uns erlaubt ist, das Gelände zu betreten, aber man bat uns freundlich rein.
Auf Nachfrage warum die das hier machten, wurde uns erzählt, dass die Stadt diese Woche 450. Geburtstag feiert. Und auf dem Fort wird geschossen um die Leute anzulocken. Hat funktioniert. Und die Aussicht ist auch toll.
Es waren viele kleine Feuerstellen aufgebaut. Als wir an der einen stoppten, kamen wir mit einer Frau in Verkleidung ins Gespräch. Sie war verantwortlich für das Backen traditioneller Brote und bat uns kurz darauf um Hilfe. Einer sollte die Taschenlampe halten, der andere das Blech für die Brote. Danach wurden wir noch auf selbst gemachten Flammkuchen eingeladen. Wirklich alle sehr nett gewesen.
Mittlerweile war es auch dunkel geworden und wir bereit, wieder zurückzugehen. Nicht aber ohne nochmal Fotos zu machen.
Vieles lief heut also anders als geplant, war aber trotzdem wunderbar.
Morgen werden wir uns das Ganze dann bei Tag anschauen, bevor es zurückgeht nach Schweden.