Heute beginnen wir unseren letzten vollständigen Tag in Kroatien. Wir werden direkt mit warmen Temperaturen verwöhnt und schmeißen daher noch eine Waschmaschine an, bevor wir uns auf unseren Ausflug machen.

Das Schöne an unseren Tagen hier ist, dass wir einfach in den Tag hineinleben, ohne großen Plan. Wir wollen einfach noch einmal das warme Wetter genießen.

Durch Zufall haben wir unser heutiges Ziel ganz in der Nähe gefunden: die Ruinenstadt Dvigrad. Um dorthin zu gelangen, müssen wir nur zehn Minuten fahren – wegen eines kleinen Verfahrers auf einer Schotterstraße werden es am Ende fünfzehn. Eine Weile sind wir uns nicht sicher, ob wir überhaupt richtig sind, doch als wir ankommen, stehen schon ein paar Autos und Motorräder auf dem kleinen Parkplatz.

Vom Auto aus ist bereits ein erster Ruinenturm zu erkennen. Wir folgen dem Weg und sind sofort verzaubert. Einst war die Stadt ein bedeutendes Handelszentrum in Istrien. Doch durch Kriege und Krankheiten wie Pest, Cholera und Malaria verließen die letzten Bewohner im 17. Jahrhundert die Stadt. Erst 1997 wurden die Ruinen systematisch freigelegt und seitdem teilweise erhalten. Auch während unseres Besuchs arbeitet ein kleiner Bagger in einem abgesperrten Bereich – vermutlich, um weitere Teile zugänglich zu machen.

Wir sind erstaunt, wie sehr die Natur die Stadt zurückerobert hat. Auch Lotti und Theo sind fasziniert. Besonders die Basilika ist noch gut zu erkennen – mit Altar, Grabstätten und dem Sockel des Taufbeckens. Die Kinder klettern begeistert über Mauern und überlegen, welches Haus wohl wofür genutzt worden sein könnte. Am Wegesrand stehen immer wieder kleine Steinpyramiden von anderen Besuchern – natürlich bauen unsere beiden fleißig mit.

Am Ende des Weges erreichen wir eine große Mauer. Vielleicht war es einst die Stadtmauer. Da es aber über einen schmalen Grat mit steilem Abgrund geht, wagt nur Jule den Aufstieg. Beim Abstieg kommen wir noch an einem alten Backofen vorbei. Er sieht wirklich so aus, als könnte man direkt eine Pizza hineinschieben.

Bei inzwischen brütender Hitze machen wir uns langsam auf den Rückweg zum Auto. Auf der Strecke liegt ein braunes Hinweisschild zu einem Aussichtspunkt am Lim-Fjord. Genau genommen ist er geologisch gesehen kein Fjord – Gletscher gab und gibt es hier ja nicht –, sondern ein sogenannter Ria. Aber das muss ja keiner wissen.

Am Fjord angekommen wollen die Kinder natürlich sofort baden. Bis zu den Knien gehen sie auch hinein. Wir entscheiden uns dann spontan für eine Bootstour, die in 15 Minuten startet – und wir haben Glück, es ist noch Platz an Bord. So können wir den Fjord auch von der Wasserseite aus erleben. Umkehrpunkt der Tour ist die sogenannte Piratenhöhle. Der Name ist allerdings eher touristischer Natur; Piraten haben hier wohl nie Schätze versteckt. An der Höhle liegt zufällig auch gerade das Boot, das unser Kapitän am Vortag beim Einparkmanöver gerammt hatte. Die Passagiere dort können aussteigen und bis zur Höhle hochlaufen.

Wir genießen Fahrtwind und Aussicht. Lotti und Theo sind kaum stillzuhalten, weil sie ständig an einer anderen Stelle des Bootes schauen wollen. Besonders spannend finden sie den Glasboden – auch wenn er so verschmutzt ist, dass man darunter nichts erkennen kann.

Zurück am Steg gönnen wir uns ein Eis. Wie so oft wird fünfmal getauscht und probegeschleckt, bis jeder die richtige Sorte gefunden hat. Dabei kommen wir mit einer deutschen Familie ins Gespräch, die mit ihrem Segelboot im Hafen liegt. Sie sind allerdings nicht aus Deutschland gestartet, sondern von einer Marina bei Venedig herübergesegelt.

Am frühen Nachmittag fahren wir zurück ins Haus, wo noch einmal ausgiebig geplanscht wird. Der Whirlpool steht hoch im Kurs, aber auch der Pool wird fleißig gekeschert.

Am Abend steht die Frage im Raum: Pizza oder Tortellini? Um nichts wegwerfen zu müssen, entscheiden wir uns für Tortellini. Die Kinder sind schon ungeduldig. Doch als wir die Form aus dem Ofen holen, entdecken wir einen großen Sprung – alles ausgelaufen! So ein Mist!

Also doch Pizza. Zum Glück ist es noch nicht spät, und nur zwei Minuten entfernt soll es eine richtig gute Pizzeria geben. Nichts wie hin! Die Kinder klettern draußen herum, während wir auf das Essen warten. Und dann kommt die Pizza – und sie gehört wirklich zu den besten, die wir bisher gegessen haben. Sogar besser als in der Kupferkanne in Südtirol. Theo verdrückt gleich eine ganze, und auch Lotti schafft fast ihre komplette Pizza.

Pizza Mamma zwischen Kanfanar und Rovinj: eine klare Empfehlung!

Zurück im Ferienhaus beginnen wir, die ersten Sachen zu packen. Morgen früh folgt der Rest – jetzt heißt es erst einmal: ab ins Bett.